Medikationsplan 4.031, 03, 2018


Wir werden immer älter und mit dem Alter füllt sich unsere Liste mit Erkrankungen. Bei dem einen ist es Bluthochdruck, bei dem anderen Krebs und beim nächsten Demenz, um nur ein paar zu nennen. Gewisse Einschränkungen im Alter gehören dazu. Es liegt jedoch an uns, wie wir uns darauf vorbereiten und unseren Alltag organisieren. Denn mit dem Auftreten der Erkrankungen wird die Einnahme von Medikamenten oft obligatorisch. Je länger unsere Krankengeschichte wird, desto mehr Pharmazeutika müssen eingenommen werden. Wie soll man da noch den Überblick behalten? Wann muss welches Medikament eingenommen werden? Oder welche Medikamente dürfen nicht hochdosiert werden? Dabei sollen sie doch Heilung bringen, unser Leistungsvermögen wiederherstellen und unser Wohlbefinden steigern. Dies bedarf einer korrekten Einnahme, denn eine Abweichung vom Plan kann gefährlich sein und führt zu Medikamentencocktails mit unberechenbaren Folgen. Diese können im schlimmsten Fall zur dauerhaften Pflegebedürftigkeit oder zum Tod führen. Jeder vierte Mensch nimmt zu viele Medikamente ein. 250.000 Klinikeinweisungen jährlich, sind auf Medikationsfehler zurückzuführen. Das beweist, dass Handlungsbedarf besteht. Die vermeidbaren Klinikeinweisungen tragen zur Erhöhung der Gesamtkosten der Krankenhäuser bei. Im Jahr 2016 ist ein Anstieg um 4,4 % auf 101,7 Mrd. Euro zu verzeichnen. (Quelle: Deutsche Krankenhaus Gesellschaft)



Ein wichtiger Schritt dahingehend ist die Einführung des einheitlichen Medikationsplans, welcher als Teil des E-Health-Gesetzes endlich umgesetzt wurde. Der Medikationsplan wurde im Oktober 2016 in Papierform eingeführt. Er kann bei mindestens drei verordneten Medikamenten in Anspruch genommen werden. Ab diesem Jahr besteht die Möglichkeit, den Medikationsplan auf der elektronischen Gesundheitskarte zu speichern. Dadurch kann eine enorme Erleichterung erzielt und unsere Sicherheit im Umgang mit Medikamenten erhöht werden. Der Medikationsplan gibt uns und allen an der Behandlung beteiligten Personen einen verbindlichen Plan an die Hand. Behandelnde Ärzte oder Apotheker können Hinweise über den Grund der Einnahme, über die Menge und ob das Medikament zeitlich begrenzt eingenommen werden soll, eintragen. So kann eine bessere Kommunikation der Akteure für unsere Gesundheit entstehen. Ziel ist es, die korrekte Einnahme von Medikamenten zu unterstützen. Dieses reduziert Behandlungsfehler und Fehlmedikationen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Medikationsplan ständig dem Gesundheitszustand angepasst werden. Hierfür sollte es einen Hauptverantwortlichen, wie den Hausarzt geben.

Da die Absichten aus dem E-Health Gesetz jedoch in der Umsetzung schleppender vorankommen als erwartet, sollte man als Patient auch seine Eigenverantwortung wahrnehmen. So können Patienten auch heute schon in den Genuss der beschriebenen Vorteile des elektronischen Medikationsplans kommen. Sie können anwenderfreundliche Apps für die Medikamenteneinnahme ohne aufwendige Telematik Infrastruktur nutzen. Ihre Lösung liegt ganz nah.